Wiedereröffnungsgottesdienst St. Ulrich

Am Samstag, 04.07.27 war es endlich so weit und die St.Ulrich Kirche wurde nach 26 Monaten offiziell von Weihbischof Gerhard Schneider wiedereröffnet. Weihbischof Gerhard Schneider zog mit seinen Konzelebranten, den beiden Ortspfarrern Pater Augusty und Pfarrer Jean Jose, sowie Pfarrern aus den benachbarten Seelsorgeeinheiten Balingen und Heuberg feierlich in die Kirche ein. Begleitet wurden die Zelebranten durch 30 unserer insgesamt 43 Minis.

Foto der St. Ulrich Kirche Geislingen Bildquelle: St. Ulrich Geislingen

Dekan Pater Augusty begrüßte alle Anwesenden und fand gleich zu Beginn des Gottesdienstes Worte des Dankes für das Architekten-Ehepaar Günther für die hervorragende Arbeit aber auch für alle an der Renovation beteiligten Handwerker und Ehrenamtlichen. Auch der Förderverein St. Ulrich wurde von Pater Augusty hervorgehoben, ohne den Einsatz und die großzügigen Spenden des Fördervereins hätten vermutlich nicht alle Wünsche bei der Renovation umgesetzt werden können.

Der Kirchenchor Geislingen, der zu diesem besonderen Gottesdienst wieder vom Kammerensemble Geislingen und Musikern des Geislinger Musikvereins unterstützt wurde, stimmte nach dem Kyrie das Gloria aus dem "Gloria in D" von Antonio Vivaldi an. Das wohl bekannteste geistliche Werk von Vivaldi wurde von den Musikern und Sängern gekonnt dargebracht.

In seiner Predigt ging Weihbischof Schneider auf die Bedeutung des altgriechischen Wortes "Thesaurus" ein, was so viel wie Schatz oder Schatzkammer bedeutet ein. Er bezog sich auf das Evangelium in dem von einem Schatz in einem Acker und einer wertvollen Perle die Rede war, für die alle Besitztümer aufgegeben wurden, um den Schatz kaufen zu können. Schneider betonte, dass ihm die Besonderheit der Geislinger Kirche bereits beim Einzug aufgefallen sei, und dass es sich bei diesem Gotteshaus um ein Juwel in der Diözese Rottenburg-Stuttgart handle. Auch ging er darauf ein, dass es sich bei dieser Kirche um ein wahres Schatzhaus handle. Ein Schatzhaus in dem viele Momente der großen Freude der Gläubigen, aber auch Momente großer Trauer begangen werden. Es liege nun an den Gläubigen der Gemeinde, das Schatzhaus weiterhin mit Leben zu füllen und an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Nach der Predigt erklang von Chor und Musiker das Werk "Welten singen Dank und Ehre" von Beethoven. Das Werk stammt aus dem einzigen Oratorium "Christus am Ölberg" und bildet in diesem Oratorium das mitreißende Finale.

Zur Gabenbereitung erklang das Werk "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" von Josef Haydn. Das Werk in dem Markus Maucher (Bass), Volker Müller (Tenor) Karen Schlaich und Ute Koch (Sopran) die Soloparts übernommen hatten, entstand ab 1796 bis 1798 als drittes seiner vier Oratorien.

Architekt Michael Günther ging am Schluss des Gottesdienstes auf die lange Planungs- und Renovierungszeit ein, die insgesamt von der ersten Planung bis zur Fertigstellung 12 Jahre dauerte ein. Die Kosten für die Renovation liegen insgesamt bei ca. 3,8 Millionen.

Pfarrer Jean Jose übernahm die Dankesworte am Schluss des Gottesdienstes. Er bedankte sich bei den insgesamt 176 Handwerkern, Restauratoren, Gutachter und Mitarbeiter, 52 Firmen, Ämter und Organisatoren und den insgesamt über 300 Personen, die direkt oder indirekt mit der Renovierung beschäftigt waren. Allen voran bedankte er sich bei Kirchenpfleger Heinrich Kirmeier, bei dem die Fäden der Renovation zusammen liefen.

Nach dem Segen durch Weihbischof Schneider erklang das "Halleluja" von Georg Friedrich Händel welches in Geislingen bereits seit 1948 fester Bestandteil des Hochamts an Ostern ist.

Beim Stehempfang der vom Förderverein St. Ulrich organisiert wurde, spielte der Musikverein auf und bildete einen schönen Rahmen für viele Gespräche und Begegnungen der Gottesdienstbesuchern. Auch die Kirche blieb noch einige Zeit offen und konnte noch in aller Ruhe besichtigt und bewundert werden.